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Irrationale Verkehrswerte in der Forstwirtschaft

 

Bedingt durch das zinsfreie Anlageumfeld hat eine Entwicklung

stattgefunden, bei der die Nachfrage nach kleinen Waldgrundstücken

zugenommen hat. Die Interessenten in diesem Bereich sind auch

zunehmend Personen, die keinen land- oder forstwirtschaftlichen

beruflichen Hintergrund haben. Verkehrswerte für solche Liegenschaften

entziehen sich teilweise und zunehmend einer rationalen wirtschaftlichen

Betrachtung. Dies ist auch der Grund weswegen diese Kaufpreise in den

Sammlungen der Gutachterausschüsse für Grundstückswerte zwar

summarisch gelistet sind, bei der statistischen Auswertung jedoch nicht

berücksichtigt werden. In der Folge ergibt sich ein Auseinanderklaffen des

Marktes in diesem Grundstückssegment, das nicht durch öffentlich verfügbare

Daten belegt wird.

Gutachtlich kann diese Entwicklung nur wiedergegeben werden.

Ein durch Kaufdaten oder Naturaldaten auf der Ertragsseite gestütztes

Bewertungsverfahren fehlt.

 

Auch das Grundstücksverkehrsgesetz versagt zunehmend in diesem

Bereich. Ursprünglich geschaffen, um die Spekulation im land- und forst-

wirtschaftlichen Bereich zu verhindern, verliert es seinen Einfluss auf das

Geschehen, da auch Land- und Forstwirte als erste notarielle Erwerber

sich an der Spekulation beteiligen und dadurch das Ersatzangebotsinstrument

durch das Grundstücksverkehrsgesetz ad absurdum führen.

 

 

Vermögensrechtliche Auseinandersetzung bei Eigentümergemeinschaften

 

Durch Erbfall oder andere Gründe entstandene Eigentümergemeinschaften

umfassen bisweilen widerstreitende Einzelinteressen. Davon unberührt

bleibt das Recht eines Einzelnen innerhalb der Gemeinschaft, den Verkehrswert

des gemeinsamen Eigentums zum aktuellen oder einem zurückliegenden Zeitpunkt

auf eigene Rechnung ermitteln zu lassen. Die anderen Eigentümer müssen

das damit einhergehende Verfahren und insbesondere den Zutritt zu den Grundstücken

durch den Gutachter dulden.

 

 

Gutachtenerstellung durch den Bewirtschafter

 

Es besteht bei privaten und öffentlich-rechtlichen Grundstücksgeschäften keine

Verpflichtung, die Wertermittlung durch einen unbeteiligten Gutachter vornehmen

zu lassen. Tritt der Gutachter jedoch zeitgleich als Bewirtschafter des Objektes auf

und ist dadurch eine wirtschaftliche Verbindung zum Grundstückseigentümer gegeben,

erscheint der Gutachtengehalt fragwürdig.

Im Rahmen eines Zivilverfahrens vor Gericht gilt ein solcher Hintergrund als

hinreichender Beleg für eine Besorgnis der Befangenheit.

 

 

Flächentreue Wertermittlung in Waldparzellen

 

Flächengrößen in Waldparzellen übersteigen regelmäßig diejenigen bei

bebauten Grundstücken um ein Vielfaches. So kommt es, dass bei der

Waldbewertung durch Berufsfremde die Größen der durch die verschiedenen

Wirtschaftseinheiten vorhandenen Teilflächen unzutreffend geschätzt oder

gemessen werden.

Die Folge daraus sind Einzelflächen, die im günstigen Fall um Hunderte

Quadratmeter von der Wirklichkeit abweichen sowie entsprechende

Abweichungen bei der Bestandesbewertung.

Abhilfe bietet nur die Luftbildauswertung in Kombination mit aktueller

Begehung und eine flächentreue Messung durch Polarplanimeter oder

Planimeterharfe.

öbuv Forstsachverständiger Brandt | guentherbrandt@gmx.de